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Pascal von Wroblewsky Pascal von Wroblewsky

Party-Checker

Immer Lust auf Neues


Pascal von Wroblewsky steht seit ihrem 15. Lebensjahr auf der Bühne und spielt nach wie vor ihre Rolle in der Jazzszene. Sie unterrichtet Musik an den Hochschulen in Berlin und Dresden und veröffentlichte unlängst ihr Album "Pascal Seventies Songbook". Am 21. Mai ist sie mit dem Programm dazu bei Brockmann und Knoedler zu erleben.

BLITZ!: Warum kommt die neue CD erst nach zwölf Jahren?
Pascal von Wroblewsky: Wir haben uns einfach richtig viel Zeit dazu genommen, lange darauf vorbereitet, überlegt, was wir überhaupt wollen und dann nochmal zwei Jahre dazu gebraucht. Aber es hat sich gelohnt, denke ich, wenn ich das Ergebnis sehe. Ich sehe auch keinen Sinn darin, jedes Jahr eine neue Platte auf den Markt werfen zu müssen. Und ich möchte immer viel live spielen, habe aber zwischendurch unter anderen bei Gerhard Schöne und Eric Fish auf Alben mitgewirkt. Ich bin wie ein Kind, das mit einem Gummiball rumrennt, den Ball dann in die Runde schmeißt und gespannt wartet, was zurückkommt.

BLITZ!: Viele kennen Dich noch von der Fusion-Band Bajazzo. Gibt es die noch?
P.v.W.: Ja, Bajazzo, die Jazz-Rock-Band, existiert seit 1978, und ich bin '85 eingestiegen. Wir haben viel gespielt, und dann habe ich für die kurze Zeit von zehn Jahren mal ausgesetzt, etwas anderes gemacht und viel rumprobiert. Schließlich entdeckten wir, Jürgen Heckel, Peter Michailow und Max Hughes, die 70er Jahre für uns wieder, weil sie der kleinste musikalische Nenner aus unserer Jugendzeit sind. Das war musikalisch, wie auch politisch die wildeste Zeit. Und die Leute mögen das total, weil sie theoretisch alles mitsingen könnten. Es gab mal 'ne Phase, da habe ich gesagt: Ich mache Intergalaktischen Heartbeat. Aber keiner hat gefragt, was es ist. Nach wie vor hopse ich so wie ein Chamäleon durch die Musikstile und mache ganz verschiedene Sachen, vieles sind einfach nur Unikate - eigentlich schade, aber auch wieder total klasse. Aber ich bin immer ich. Wir sind so independent, wie man nur sein kann, und es funktioniert.

BLITZ!: Was in der umfangreichen Palette dessen, was Du alles machst, ist Dir das Liebste?
P.v.W.: Alles! Alles, was fetzt, will ich machen. Mach mir ein Angebot und ich sag ja, weil ich immer Lust habe, was Neues zu machen. Ich sehe meinen Beruf nicht nur darin, zu singen, sondern alles Mögliche auf der Bühne zu machen. Ich bin 'ne klassische Rampensau. Beispielsweise habe ich in Altenburg Ende der 80er viel Brecht/Weill und auch Eisler gesungen oder mit klassischen Musikern gearbeitet und gemeinsam mit ihnen Jazz-Arrangements von Black Sabbath bis Kiss oder AC/DC gemacht. So etwas interessiert mich. Mich mit Leuten in der Mitte zu treffen, so dass die etwas von mir und ich was von denen nehmen muss - das ist spannend.


Internet:

www.wroblewsky.de


Wort und Bild: Karsten Spehr

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