
Sedated Angel

My Sister Grenadine

Flying Eyes

Coogans Bluff

Agent Fresco

Maite Kelly

Fatboy

Moving Mountains
Steiniger Rock mit Mandoline
Aus Dänemark haben wir schon lange nichts mehr gehört.
Obwohl wir nicht taub sind. Taub allerdings können wir werden wenn
die Stoner-Rock-Band Sedated Angel ohne Pauken und Trompeten, aber
mit viel Gitarre im Stadtgarten aufschlägt. Jedes Sedated-Angel-Konzert
wird von einem direkt auf der Bühne platzierten VJ mit
psychedelischen Projektionen untermalt, und sogar der bandeigene
Tontechniker spielt an seinem Mischpult eine Gitarre und eine
elektrisch verstärkte Mandoline. Das Resultat ist eine auf alle
Sinne abzielende und überwältigende Multimedia-Stoner-Rock-Show!
23. Mai
Erfurt, Stadtgarten
Pop, Poesie und Performance
Im Jenaer Glashaus sind seit kurzer Zeit einige interessante
Gigs am Laufen. Ohne Zweifel gehören auch My Sister Grenadine dazu.
2007 als Soloprojekt begonnen, hat sich das Berliner Musikkonstrukt
über die Zeit zu einem Trio erweitert, welches im Bereich des
singenden Liedschreibens anzusiedeln ist. Neben
surreal-erzählerischen Chamber-Pop-Songs, mit Ukulele, Geige,
Glockenspiel und Trompete arrangiert, stehen assoziativ verknüpfte
Tracks, die mit Loops und Soundscapes arbeiten. MSG sind voller
Spielfreude und stehen mit neuen Songs auf der Bühne, die zwischen
Pop, Poesie und Performance wandeln.
31. Mai
Jena, Glashaus
Nach Science Fiction benannt
Amerikaner und Skandinavier haben sich scheinbar aufgemacht,
Thüringen zu erobern - mit Musik. Aus der Riege der Amis kommen mit
The Flying Eyes Jungs aus Baltimore nach Erfurt, um mit ihrem
Psychedelic Blues zu punkten. Neben dem ausdruckstarken und
markanten Gesang, besitzt die Musik der Flying Eyes Intensität und
Melodie. Das Spektrum reicht von sphärischen, düsteren balladesken
Passagen bis hin zu wilden, hypnotischen Improvisationen. Die Band
hat sich im Übrigen nach einem Science-Fiction-Roman von J. Hunter
Holly aus dem Jahr 1963 benannt.
1. Juni
Erfurt, Museumskeller
Wie Can ohne Jaki Liebezeit
Coogans Bluff, nach einem Clint-Eastwood-Film aus dem Jahr
1968 benannt, gehen auf ihre musikalische Zeitreise und zelebrieren
eine eigene Art dessen, was in den End-60ern und den 70er passierte,
gepaart und gewürzt mit Stoner-Rock-Einflüssen und epischen
Instrumental-Parts, mit funky Bläsern und eingängigen Hooks. Alles
ohne als staubige Jukebox zu langweilen oder als Coverband zu
verenden. In nur zwei Tagen hat die Band ihr Album "Poncho Express"
eingespielt, mit dem Bassisten als Sänger. Klingt wie Tom Waits als
Sänger bei Can ohne Jaki Liebezeit - melodisch, riffig und funky.
2. Juni
Erfurt, Museumskeller
Skandinavischer Abend
Isländer sind auf dem europäischen Festland unterwegs. Am
11. Mai erschein das Debütalbum "A Long Time Listening" in
Deutschland und Agent Fresco (Foto) haben es sich nicht nehmen
lassen, das Teil auch in Jena zu präsentieren. Das Quartett
verbindet Jazz, Rock, Pop und Hardcore miteinander und auch mal in
einem Song. Als Support haben die Isländer Schweden dabei: Contra.
Contra bringen eine Konstellation aus melancholischem, rauen
Indie-Pop mit den passenden Gitarrenriffs. Typisch für Schweden.
Einem gelungenen skandinavischen Abend sollte also nichts in die
Quere kommen.
3. Juni
Jena, Kassablanca
Einblicke ins Gefühlsleben
Es war bisweilen nervig, was die Kelly Family in ihren
musikalischen Hochtagen auf die Menschheit losgelassen hat. Aber
erfolgreich. Nun sind die Familienangehörigen verstreut und
versuchen sich teilweise solo. So wie Maite Kelly, mit einer Revue.
Frau Kelly vereint Pop-Musik mit dem Sound der 30er und 40er Jahre.
Dabei gibt sie bei der Darbietung ihrer Songs sowie von alten
deutschen Klassikern auch einen Einblick in ihr eigenes
Gefühlsleben. Songs, mit denen sie aufgewachsen ist, Songs, die
Sehnsüchte wecken und auch das Publikum in dessen
Kindheitserinnerungen entführen.
6. Juni
Erfurt, Kaisersaal
Nicht so richtig fett
Einen fetten Country- und Rockabilly-Gig bringen schwedische
Menschen auf deutsche Bühnen. Seit 15 Jahren betreiben die Musiker
ihre Shows mit viel Herzblut. Auf ihrem aktuellen Album "Overdrive"
experimentieren Fatboy auch mit neuen Sounds, wie etwa Jazz und
Balkan Beats, ohne jedoch ihrer Liebe zum 50er Rockabilly, Rock und
Country Abbruch zu tun. Die Nordeuropäer sind gestandene Männer mit
Authentizität, wobei keiner mehr ein Junge ist. Und so richtig fett
ist auch keiner. Dafür sind sie perfekt aufeinander abgestimmt und
blicken stets über den Tellerrand ihrer Genres hinweg.
7. Juni
Erfurt, Museumskeller
Von harmlos bis konsequent
Aus New York kommt ja bekanntlich viel Gutes, zumindest was
die Musik betrifft. Mit der Band Moving Mountains finden zwar noch
lange nicht Interpol an die Saale, aber die Amis machen ähnlich wie
Interpol ansprechenden Indie-Post-Rock, allerdings auch mit
Hardcore-Sequenzen bemalt. Das aktuelle Album heißt "Waves". Und das
Trio zeigt darauf, dass ein Albumverlauf tatsächlich rund sein kann.
Was auf dem Debüt "Pneuma" noch ganz harmlos begann, zeigt sich nun
mit den Wellen konsequent. Diesen Gig solltet Ihr Euch nicht
entgehen lassen. Da wurde hart geschliffen.
10. Juni
Jena, Café Wagner
Wort: Niklas Hoffa / Bild: P.D.